Weitere artenschutzrechtliche Untersuchungen erforderlich

Der Abschluss des Genehmigungsverfahrens zum Bau des Windparks Lahn-Dill-Bergland Mitte in den Gemeinden Bad Endbach, Bischoffen und Siegbach verzögert sich, so dass eine Inbetriebnahme im Jahr 2014 nicht mehr möglich erscheint. Der Grund für die Verzögerung ist die Anforderung weiterer Antragsunterlagen durch das Regierungspräsidium Gießen, nachdem die E.ON Mitte Natur GmbH am 2. Oktober 2013 in Abstimmung mit den Projektpartnern einen Genehmigungsantrag nach § 4 Bundes-Immissionsschutzgesetz zum Bau von acht Windkraftanlagen gestellt hatte.
Bei den Nachforderungen geht es insbesondere um artenschutzrechtliche Untersuchungen im Hinblick auf Fledermäuse, die nur in den Sommermonaten erstellt werden können. „Wir werden das Ziel nicht aus den Augen verlieren, dieses Projekt mit einer großen regionalen Wertschöpfung zu verwirklichen, an dem sich auch die Bürgerinnen und Bürger aus der Region beteiligen können“, betonten die Bürgermeister der an dem Projekt beteiligten Gemeinden übereinstimmend. Umgehend solle nun, auch unabhängig von möglichen Auswirkungen einer Reform des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) auf die Windparkplanungen, mit den erforderlichen weiteren Untersuchungen begonnen werden.

Nach Einschätzung der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Gießen hat das Planungsgebiet aufgrund von Bergwerksstollen, die von Fledermäusen als Winterquartier genutzt werden, eine hohe Bedeutung für diese Tiere, so dass ein nochmals deutlich erhöhter Untersuchungsumfang erforderlich ist. Weiterhin wird eine Wochenstube der streng geschützten Mopsfledermaus bei Gladenbach vermutet, weshalb das Untersuchungsgebiet auch im Hinblick auf das Vorkommen dieser Art genauer untersucht werden muss. Für die Nachforderungen müssen an jedem der acht Windkraftanlagenstandorte so genannte „Horchboxen“ eingesetzt werden, um die Aktivitäten von Fledermäusen zu dokumentieren. Der genaue Untersuchungsumfang wird von der Oberen Naturschutzbehörde in einem gemeinsamen Abstimmungsgespräch festgelegt. Ohne diese Untersuchungsergebnisse kann eine abschließende Beurteilung über die Genehmigungsfähigkeit der geplanten Windkraftanlagen durch das RP Gießen nicht erfolgen.