Windmessungen gestartet und Standorte weiter konzentriert


Das Bild zeigt das aufgebaute Lidar-Windmessystem. Das System verfügt über ein autarke Stromversorgung und misst neben der Windgeschwindigkeit auch die Luftfeuchtigkeit und Temperatur am Standort. Das System ist an einem für das Planungsgebiet repräsentativen Standort aufgebaut.

Die Planung des Windparks Lahn-Dill-Bergland Mitte schreitet weiter planmäßig voran.

Mitte November ist mit einer Windmessung im Planungsgebiet begonnen worden. Da sich das Gebiet über einen großen Raum erstreckt, wird die Windmessung an zwei für das gesamte Planungsgebiet repräsentativen Standorten durchgeführt.

Das sogenannte LIDAR-Verfahren (Light Detection and Ranging) ermittelt mit einer laserbasierten Fernmesstechnik die Windgeschwindigkeiten in bis zu 200 m Höhe. Zum Vergleich: Mit einem konventionellen Windmessmast lassen sich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nur Messungen in bis zu 100 m Höhe durchführen. Das neue Verfahren ermöglicht uns eine genauere Abschätzung der zu erwartenden Energieerträge. Die Ergebnisse der Messung fließen ebenfalls in die Entscheidung zum Rotordurchmesser und zur Nabenhöhe ein. Aktuell werden bereits Gespräche mit potenziellen WEA-Herstellern geführt.

Am 20.11. hat zudem ein zweiter Termin zusammen mit Vertretern des Regierungspräsidium in Gießen, der oberen Naturschutzbehörde und der oberen Forstbehörde stattgefunden. Ziel des Termins war es gemeinsam mögliche Standorte genauer festzulegen, um Eingriffe durch den Bau der Anlagen und der notwendigen Infrastruktur im Wald zu minimieren und Möglichkeiten zum Ausgleich des Eingriffs zu eruieren. In die Überlegungen fließen weitere Restriktionen menschlichen oder natürlichen Ursprungs ein. Beispielsweise müssen Richtfunkstrecken, die die Fernübertragung von Informationen mittels Funkwellen übernehmen, um einen bestimmten Sicherheitsabstand herum freigehalten werden. Die Rotorblätter der WEA könnten anderenfalls die Übertragungen stören. Auch eine historische Wallanlage auf dem Kisselberg, die archäologisch geschützt wird, schränkt die potenziellen Flächen weiter ein. Der Kreis der Standorte wird also immer konzentrierter. Dennoch gibt es nach dem heutigen Stand im Planungsgebiet noch ausreichend Flächen, um den geplanten Windpark zu realisieren.

Deshalb wird derzeit aktiv an der Gründung der zukünftigen Betreiber-Gesellschaft, der Lahn Dill Bergland Energie GmbH, gearbeitet. Neben dem Vertragskonstrukt werden die möglichen Partner und deren Rollen ausformuliert und ein Finanzierungsmodell konstruiert